Ümit Sormaz
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Liberale Mobilität: Die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer

„Die Zukunft einer gut vernetzten und dynamischen Verkehrspolitik, die Rücksicht auch auf die Schwächsten in unserer Gesellschaft nimmt, liegt in einer geschickten Verzahnung des Individualverkehrs mit dem ÖPNV. Sie fordert von allen Teilnehmern Verzicht und Rücksichtnahme. Von Radfahrern gelegentlich das Absteigen, von Fußgängern das Umgucken, von Motorrad- und Autofahrern mit Hybrid – oder Elektroantrieb rücksichtsvolles Fahren, um gefahrenlos nebeneinander sicher und infarktfrei ans individuelle Ziel zu kommen. Ziel ist dabei nicht, auf nur ein System zu setzen. Der Bürger sollte immer die freie Wahl der Mobilität haben. Radwege und Straßen! U-Bahnen, Straßenbahnen und E-Busse. Durch redundante Systeme reduziert sich die Gefahr eines Verkehrsinfarkts, den wir aus Großstädten wie Berlin durch den Ausfall auch nur eines einzigen Systemteilnehmers kennen.

Neue Möglichkeiten bergen neue Risiken

Besonders schwierig wird die Verkehrsplanung mit gleichberechtigten Partnern natürlich in urbanen Gebieten. Erinnern wir uns in puncto Nahmobilität alleine an die Gefahren bei einer undefinierten Gleichberechtigung von Fußgängern und Radfahrern im Mischverkehr der Fußgängerzonen. Geschwindigkeits- und Fahrgebote müssen aufgestellt und überwacht werden. Nicht jeder muss oder kann Radfahren.
Denken wir an den möglichst barrierefreien Verkehrsraum mit problemloser Erreichbarkeit eines qualitativ stark verbesserten ÖPNV-Angebots, so sollte man die Kosten stets im Auge behalten. Ein an Oberleitungen gekoppelter E-Citybus wie in Salzburg ist sicher billiger, als die Erweiterung einer Tramlinie. Eine U-Bahnnetzerweiterung ist die teuerste von allen Lösungen, allerdings gerade im Nordosten wohl nicht zu vermeiden.

Die Elektromobilität wird in den nächsten 10 Jahren nicht nur eine Zweiradmobilität – ob E-Roller oder Elektro-Bike – sein. Autos werden in den Innenstädten nicht nur elektrisch oder mit Brennstoffzellen betrieben leiser und sauberer fahren. Deswegen werden diese Fahrzeuge in einer älteren Gesellschaft mehr Parkraum benötigen. Eine Verstärkung der Park&Ride-Systeme in Randgebieten ist allerdings genauso zu befürworten.

Trennung gleichberechtigter Partner
Nicht nur aus ökologischen Gründen sollte auch der Ausbau von Radschnellwegen weitergedacht werden. Denn wo Autofahrer und Radfahrer getrennt fahren, werden Unfälle vermieden. Die Geräusch mindernde Deckelung etwa in Teilen des Frankenschnellwegs wäre eine zwar teure, doch immerhin machbare Lösung, siehe Brudermühltunnel in München.

Wo es auch immer möglich und nötig ist, etwa bei der Weiterführung plötzlich endender Radwege, sollte man dies auch unterstützen. Wichtig ist: Die Gleichberechtigung gilt für alle Verkehrsteilnehmer. Einzelne doktrinär zu Bevorzugen wäre weder human, noch dauerhaft sinnvoll. Schließlich leben wir nicht im China der radelnden Kulturrevolution. „

Ümit Sormaz
Nürnberger OB-Kandidat der FDP

E-Mail fdp@uemit-sormaz.de


15. Januar 2020

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