Ümit Sormaz
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Valide Daten und eine effiziente Strategie!

„Bis Donnerstag, 2. April um 14 Uhr, sind dem Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg 361 Infektionen im Stadtgebiet bekannt. Die Zahl der ermittelten Kontaktpersonen stieg auf 3617. Während manche Politiker die schnelle Öffnung von Läden und ein Ende der Kontaktsperren fordern, hegen Mediziner und Statistiker Zweifel an der Genauigkeit der Infizierten- und Sterbezahlen. So litten mehr als zwei Drittel der ersten italienischen Todesfälle an Vorerkrankungen und waren vor ihrer Infektion schon schwer erkrankt. Der Medizinstatistik-Experte Prof. Gerd Antes von der Uni Freiburg meint: „Viele von denen, die jetzt am Coronavirus sterben, wären möglicherweise auch ohne das Virus gestorben, aber später.“
Bevor man die Läden in Nürnberg wieder eröffnet und zum normalen Leben zurückkehrt, braucht man zunächst verlässliche Schnelltests. Erst dann kann man Risikogruppen – also Ältere und Vorerkrankte – mit Schutzmasken, Handschuhen und einer eingeschränkten Sicherheitsquarantäne schützen und zu isolieren, was die Stadt koordinieren muss. Dafür muss sie zusammen mit Bund und Land schnell Testmöglichkeiten etwa in Ämtern oder in Drive-In-Testmöglichkeiten schaffen und Schnelltest-Gruppen bilden, die auch Risikopatienten zu Hause besuchen. Wir brauchen jetzt valide Daten und genau diese effiziente Schutz-Strategie. Wir dürfen nicht weiter tagelang über die Brandursache diskutieren. Wir müssen jetzt das Feuer löschen! Denn eines ist sicher: Einen zweiten oder dritten wochenlangen Shut-Down können wir uns nicht erlauben.“


6. April 2020

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